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Kultfigur Hans-Willi Johnecke: "Habe nicht alles, aber vieles richtig gemacht."[Foto: privat]
Vorsitzender, Schiedsrichter, Trainer, Co-Trainer und Platzwart: Der heute 77 Jahre alte Hans-Willi Johnecke hat sich bis zuletzt dem Fußball verschrieben. Für den Nachwuchs beim SV Arendsee, Kreisligist aus Sachsen-Anhalt, dient Johnecke sogar als Vorbild – unsere FUSSBALL.DE-Kultfigur der Woche.
Hans-Willi Johnecke, kurz: „Tilli“, hat Tränen in den Augen. Es sind Emotionen, die in ihm hervorkommen, als er die Worte von Nachwuchscoach Til Zipper liest. Als Johnecke liest, dass Zipper im Bericht der Volksstimme sagt: „Ich wollte immer so werden wie er“, packt es ihn. In diesem Moment überkommen ihn seine Gefühle. „Das macht mich stolz und es beweist mir, dass ich nicht alles, aber vieles richtig gemacht habe“, erklärt „Tilli“ im Interview mit FUSSBALL.DE. Und Zippers Worte wiegen noch höher, wenn bedacht wird, dass er den 77-Jährigen nur allzu gut kennt. Parallel zu seiner Trainertätigkeit im Juniorenbereich spielt Zipper nämlich noch für die Kreisliga-Herrenmannschaft der Seestädter und da fungierte Johnecke in der vergangenen Saison noch als Co-Trainer.
Dieses Amt beim SV Arendsee führte Johnecke mit 77 Jahren noch aus. Im seinem Umfeld hieß das auch nicht jeder gut. Seine Frau Christel meinte beispielsweise: „Nun mach dich nicht ganz zum Affen.“ Der eine oder andere belächelte ihn und sagte ihm: „Mensch, hast du das nötig?“ Aber auf Bitten ehemaliger Juniorenspieler war es Ehrensache für Johnecke, den Posten als Co-Trainer von Klaus Syring anzunehmen. Der 77-Jährige liebt eben den Fußball, liebt den SV Arendsee – so sehr, dass er einmal gar einen Personalengpass zum Anlass nahm, um beim Fußball statt der goldenen Hochzeit seiner Schwiegereltern zu erscheinen. „Das ist nicht angenehm für Frau und Familie, aber sie sind es gewöhnt“, erklärt Johnecke.
Seine Leidenschaft für den Fußball wollte ihm auch nie jemand nehmen, nicht umsonst hält ihm seine Ehefrau Christel schon seit 55 Jahren die Treue. Jeder in seiner Nähe wusste, dass Johnecke das intensive Nachgehen seines Hobbys für seine Zufriedenheit benötigt. Das Spielen sowie die Geselligkeit mit seinen Kollegen hat er wertgeschätzt. Aber auch die Funktionen als Vorsitzender, Schiedsrichter, Platzwart oder Trainer sind Johnecke als besonders förderlich in Erinnerung geblieben. „Durch die Verantwortung ist mein Selbstvertrauen sehr gestärkt worden“, so Johnecke.
"Es hat mir schon zu schaffen gemacht, dass man die jungen Spieler heute nicht mehr so begeistern kann. Sie haben oft Ausreden und das kenne ich nicht"
Zu viel möchte er sich aber nicht mehr aufbürden, weshalb der 77-Jährige sein Co-Trainer-Amt nicht weiterführt und auch in Zukunft keine feste Tätigkeit beim SV Arendsee mehr übernehmen will. „Nein, es ist die Zeit gekommen, um aufzuhören. Ich bin nur noch bereit zu helfen, falls Not am Mann ist“, berichtet Johnecke. Der Vorsitzende Martin Retzlaff bekräftigt, dass dies rein die Entscheidung von „Tilli“ gewesen sei. Beide pflegen ein gutes Verhältnis zueinander. „Ich bin seit zehn Jahren hier und nach der ersten Begegnung habe ich gedacht: Der Mann hat hier etwas zu sagen. Er hat eine Stimme und sein Wort war Gesetz“, skizziert Retzlaff. In seiner Anfangszeit beim SV Arendsee holte er sich deshalb auch oft den Rat von „Tilli“, der den Verein wie kein Zweiter kennt. Trotz seiner bestimmenden Art und seiner klaren Meinungen sind die beiden auch nie wirklich angeeckt. Retzlaff ist dankbar, dass „Tilli“ ihm den Einstieg erleichtert hat und weiß um Johneckes herausragenden Status im Klub.
Der Rücktritt vom 77-Jährigen ist auch mit dem Frust über die Veränderungen im Amateurfußball zu begründen. „Es hat mir schon zu schaffen gemacht, dass man die jungen Spieler heute nicht mehr so begeistern kann. Sie haben oft Ausreden und das kenne ich nicht. Zu meiner Zeit kam der Fußball immer an erster Stelle“, sagt Johnecke, dessen Liebe zum Fußball mit 14 Jahren entstand. Zunächst heuerte er bei Traktor Mechau und Traktor Kläden an, bevor er 1968 zu Traktor Arendsee (heute SV Arendsee) wechselte. Dem Verein, für den der Pferdeliebhaber und frühere Linksverteidiger, bis heute in allen möglichen Funktionen aktiv war. Und dem Verein, indem er zu einem Idol geworden ist – auch für junge Nachwuchstrainer wie Til Zipper.
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